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Starke Leistung bei schmalem CO2-Fußabdruck

von Tilo Michal

Bei Green Carbide von Ceratizit handelt es sich um ein leistungsfähiges Premiumhartmetall, dessen Recycling-Quote bei 100 Prozent liegt. 

Ceratizit, eine Firma mit mehr als 1.000 Patenten und Gebrauchsmustern und mehr als 100 Jahren Erfahrung bei der Hartmetallherstellung, hat auf der GrindTec 2022 ein weiteres hochinnovatives Produkt vorgestellt: Green Carbide, genauer bezeichnet mit CT-GS20Y. Markant: Diese Premium-Hartmetallsorte besteht faktisch zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Damit kann auch der CO2-Fußabdruck der gesamten Prozesskette signifikant reduziert werden. „Zusätzlich folgt das Produkt auch ethischen Grundsätzen“, heißt es von Ceratizit in Reutte (Tirol).

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, mit CT-GS20Y ein Hartmetall auf den Markt zu bringen, das die Leistungsfähigkeit einer Premiumsorte mit einer fokussiert nachhaltigen Herstellung vereint“, berichtet Patrick Praznik, Business Development Manager bei Ceratizit. „Unsere neue Sorte CT-GS20Y besteht zu mehr als 99 Prozent aus hochwertigen Sekundärrohstoffen. Zusätzlich wird eine CO2-arme Herstellung durch emissionsarme Produktionsprozesse und Energiequellen sowie konsequent kurze Transportwege in der gesamten Prozesskette gewährleistet.“
Mit 2,6 kg CO2/kg Hartmetall resultiert daraus ein sehr niedriger CO2-Fußabdruck für eine Premium-Hartmetallsorte mit maximaler Leistungsfähigkeit. Das heißt, im modernen Fertigungseinsatz müssen keinerlei Abstriche gemacht werden. Die Erhebung und Berechnung des produktbezogenen CO2-Fußabdrucks (Product Carbon Footprint, PCF) basiert nach Ceratizit-Angaben auf dem verifizierten firmenbezogenen CO2-Fußabdruck (Corporate Carbon Footprint, CCF) für den Produktionsstandort Reutte. „Wir reagieren auf die ökologischen und sozialen Veränderungen und weisen den Weg in eine grünere und nachhaltigere Zukunft“, stellt Produktmanager Manuel Falger fest. Aufgrund der Nutzung von Sekundärrohstoffen könne man mit CT-GS20Y zudem eine höhere Preisstabilität garantieren und Versorgungsrisiken effektiv entgegenwirken. 

Zerspanungstests mit CT-GS20Y

Die neue Sorte CT-GS20Y aus hochwertigen Sekundärrohstoffen wurde auch eingehenden Zerspanungsversuchen für das Fräsen unterzogen. Sie konnte ihre Qualität im Vergleich zur etablierten Premiumsorte CTS20D von Ceratizit wie auch der herkömmlichen Downcycling-Sorte TMG30 deutlich unter Beweis stellen. In der ersten Versuchsreihe wurde die Zähigkeit gegen Werkzeugbruch analysiert, wobei die Belastungen nach jeder gefrästen Bahn durch das Erhöhen des Vorschubs gesteigert wurden. Das Testende wurde mit dem Eintreten des Werkzeugbruchs erreicht. Pro Datenpunkt wurden fünf Werkzeuge getestet. Im Vergleich zu 10% Submicron-Sorten steht die neue Green Carbide Sorte CT-GS20Y an erster Stelle, gefolgt von CTS20D und mit Abstand zu TMG30.

Recycling und Energiemanagement

„Recycling bedeutet für uns den verantwortungsvollen Umgang mit endlichen Ressourcen. Wir verfolgen eine bewusste Politik zur Schonung der begrenzten Primärressourcen durch Recycling, indem wir den Anteil an Sekundärrohstoffen kontinuierlich erhöhen. Wir verfügen über eigene Recyclinganlagen und -technologien; damit recyceln wir alles, vom beschichteten Werkzeug bis hin zu Schleifschlämmen. Gerne helfen wir auch unseren Kunden, ihren Produktzyklus vom Einkauf über die Produktion und die Wiederbeschaffung bis hin zur Schrottrücknahme zu optimieren. Wir sind stolz auf unsere aktuelle Recyclingquote von über 83%“, steht in einem Berichtsheft des Tiroler Unternehmens. Die Produktion in Reutte, das Herzstück der Stäbe- und Formrohlingsproduktion, ist seit vielen Jahren gemäß den Anforderungen der Energiemanagementnorm ISO 14001 und ISO 50001 zertifiziert. Dies ist eine Bestätigung für systematisches Energiemanagement, mit dem die Energieeffizienz stetig verbessert wird. Bereits jetzt wird der Strombedarf des Standorts zu fast 100% aus regenerativen Energiequellen gedeckt. Auch bei Erweiterungen des Standorts hat Ceratizit auf einen effizienten Ressourceneinsatz gesetzt und, sofern technisch möglich, den Rohstoff Holz als Baumaterial verwendet.

Ethischer Ansatz

Ceratizit verpflichtet sich zur Einhaltung der höchsten Standards ethischen Geschäftsgebarens. Die Firma erwartet das Gleiche von ihren Lieferanten und Unterauftragnehmern und hat dafür einen verbindlichen Verhaltenskodex erstellt sowie eine strenge Lieferkettenpolitik eingeführt, die sich einer verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien verpflichtet. Somit liegt der Hartmetallspezialist sicher richtig, wenn er auch mit seinem Slogan „Tooling the Future“ wirbt.

 

Abb. 1: Die Recyclingquote von Ceratizit liegt derzeit bei 83 Prozent (Bild: Ceratizit)

Abb. 2: Der Produktionsstandort von Ceratizit in Reutte (Bild: Ceratizit)